Die zunehmende Brutalität: Zeugen berichten über Folter unter Assad
Erste Zeugen im Prozess gegen Assad-Beamte schildern die grausamen Foltermethoden, die sie erlitten haben. Die Berichte sind erschütternd und werfen ein grelles Licht auf das Regime.
Die Berichte über die Folterpraktiken, die während des syrischen Bürgerkriegs an der Tagesordnung waren, erreichen nun die Gerichtssäle, und das ist überraschend. Es wird höchste Zeit, dass die grausamen Taten der Assad-Beamten juristisch verfolgt werden. Allerdings wird die Schilderung der Folter von den ersten Zeugen als zunehmend brutal wahrgenommen. Wer meinen könnte, die Schrecken des Krieges könnten irgendwann ein Ende haben, der irrt sich gewaltig.
Zunächst ist dies ein klassisches Beispiel dafür, wie Machtmissbrauch in einer Diktatur institutionalisiert wird. Die Berichte, die wir von den Zeugen hören, sind nicht nur erschütternd, sie sind erschreckend präzise. Die Schilderungen der Folter sind so detailliert, dass man schnell ins Grübeln kommt, wie der Mensch zu solchen Gräueltaten fähig sein kann. Eine Atmosphäre der Angst wurde geschaffen, die es den Folterern erlaubte, mit immenser Brutalität und kaum einem Funken von Menschlichkeit zu agieren. Diese Zeugen haben nicht nur ihre körperliche Unversehrtheit verloren; es fehlt ihnen an vielem, was den Menschen menschlich macht.
Darüber hinaus ist die grausame Routine, die sich in den Foltergefängnissen abgespielt hat, erschreckend banal. Die oft hasserfüllten Blicke der Folterer scheinen nicht mehr zu überraschen oder zu schocken. Der Überdruss an der täglichen Brutalität führt nur dazu, dass die Berichte immer wieder die gleichen abgedroschenen und entsetzlichen Details enthalten. Man könnte fast meinen, die Folter sei zu einer Art Dienstleistung verkommen, die mit dem gleichen Enthusiasmus und derselben Routine erledigt wird, wie das Abschicken einer Postkarte. Es gibt keinen Platz für Mitgefühl, keinen Raum für Zweifel. Diese Menschen haben ihre Empathie an der Tür des Foltergefängnisses abgegeben.
Kritiker könnten einwenden, dass solche Berichte, so entsetzlich sie auch sein mögen, doch in einer Kriegszone an der Tagesordnung sind. Der Mensch ist schließlich fähig zu schrecklichen Taten, wenn er sich in extremen Situationen befindet. Mag sein, aber das ist keine Entschuldigung. Diese Taten wurden nicht im Gefecht begangen, sondern hinter verschlossenen Türen, in einer kontrollierten Umgebung, in der die Folterer sich ihrer Macht bewusst waren. Es gibt keine Rechtfertigung für die systematische Demütigung und Zerstörung von Menschenleben. Der Versuch, solche Gräueltaten als „normal“ zu betrachten, ist der selbstbetrügerische Versuch, unsere eigene Menschlichkeit zu bewahren, während wir uns der Abgründe des Wahnsinns stellen.
Und so bleiben wir zurück mit den Geschichten dieser Zeugen, die, so scheint es, durch die Hölle gegangen sind. Ihre Stimmen sind keine lauten Schreie, sondern eher das stille, unaufhörliche Rufen nach Gerechtigkeit. Der Prozess gegen die Assad-Beamten könnte einen kleinen Hoffnungsschimmer darstellen, doch gleichzeitig gibt es die bange Frage, ob echte Gerechtigkeit jemals erlangt werden kann. Die Folter wurde nicht nur als ein Mittel zur Unterdrückung eingesetzt, sondern ist auch ein Teil des traurigen Erbes eines Regimes, das den Respekt vor menschlichem Leben mit Füßen tritt. In einer Welt, in der das Böse oft ungestraft bleibt, bleibt uns nur zu hoffen, dass die Worte der Zeugen nicht in vergessenem Gelächter verhallen.